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Länderinformationen:
Mallorca (Spanien) - Hintergrund



Die Insel - allgemein nach oben

Die größste Insel der vor der Mittelmeerküste der Iberischen Halbinsel gelegenen Balearen hat eine 500 km lange Küste. Ein beständiges Klima, das keinen größeren Temperaturschwankungen ausgegetzt und arm an Niederschlägen ist, machte Mallorca schon seit jeher zu einem bevorzugten Erholungsziel. Die Landschaften sind von bemerkenswerter Vielfältigkeit. Auf 3640 qkm wechseln sich die steilen Berge der Sierra de Tramontana, die weite Zentralebene, die sanften Erhebungen der Sierra de Levante und eine wunderbare Folge von Steilküsten, Calas, Buchten und Sandstränden ab; sie alle zusammen machen die meistbesuchten Küsten des Mittelmeers aus.

Im Laufe seiner Geschichte war Mallorca so oft historischer Schauplatz, daß es dem Reisenden praktisch sämtliche Horizonte der lateinischen Welt vor Augen führen kann. Die fast mythischen Landschaften eines von Karthagern, Römern und Arabern bewohnten Mittelmeerraumes gehen hier nahtlos ineinander über. Unweit der alten Stadtzentren wird der Reisende das Landleben in all seinen Eigentümlichkeiten noch intakt vorfinden. Hundertjährige Olivenbäume, Mandelbäume, auf den Terrassen der Berghänge, Pinien und in höher gelegenen Zonen auch Steineichenwälder, Obstgärten, Fischerhäfen und die Wachturmruinen, die die Steilküsten krönen seit Piraten die Inselbewohner erschreckten, haben ihren Kontrapunkt in der kultivierten Architektur der Hauptstadt und in den zahlreichen auf dem Land verstreuten Adelsresidenzen. Das umfangreiche Reiseprogramm schließt auch die Erinnerung an berühmte Persönlichkeiten, die Mallorca ihreseits entdeckten und eine gewisse Sehnsucht nach der Insel weckten, mit ein.
Angefangen bei George Sand und Frederic Chopin, die 1838 hier waren, über den Erzherzog Luis Salvador von Österreich, der 1860 in Mallorca landete, suchten sich in der Folgezeit viele berühmte Besucher auf Mallorca ein Fleckchen, um ihre Werke zu schaffen. Die einheimische Sprache auf Mallorca ist eine Variante des Katalanischen mit einer auffallenden Besonderheit: die Artikel werden auf den Balearen in ihrer forma salada gebraucht, d.h. es und sa statt el und la. Daneben wird dem Reisenden das Wörtchen son im Zusammenhang mit Benennungen von Landschaftsgebieten, Vierteln und Ortschaften auffallen. Es steht immer vor dem Namen des einstmaligen Eigentümers und hat ähnliche Bedeutung wie CŽan, die Kurzform für Casa dŽEn: im Hause von Herrn.

Von den Megalithkulturen zu den Romantikern nach oben

Die ältesten Spuren der Vergangenheit gehen auf weit zurückliegende Epochen zurück. Mallorca ist außerordentlich reich an prähistorischen Fundstätten. Sie stammen aus der Zeit der Megalithkulturen, die vom 13.Jh. vor unserer Zeitrechnung bis zur Ankunft des römischen Heeres reichen. Durch Stadtmauern und Festungstürme talayots gut geschüzte Ortschaften und monumentale Grabstätten navetas sind die ersten bedeutenden Zeugnisse der mallorkinischen Geschichte.
Von der Zeit der Römer und des maurischen Mittelalters gibt es relativ wenig Überreste. Obwohl beide Kulturen auf der Insel ansässig wurden und betriebsame Städte mit regem Handels- und Geistesleben erbauten, sorgten die nachfolgenden Ereignisse dafür, daß das Substrat dieser Zivilisationen im Dunklen blieb. Der Reisende wird jedoch in den vielen Erscheinungsformen der Volkskultur unleugbare arabische Ursprünge entdecken. Auch die Landschaft, ihre Vegetation und Bewässerungssysteme geben Zeugnis von den islamischen Siedlern.

In den ersten Jahrzehnten des 13.Jhs. begann die Geschichte des christlichen Mallorcas. Die neuen Eroberer, auch diesmal aus dem Mittelmeerraum kommend, machten aus Mallorca ein von der aragonischen Krone abhängiges Königreich. Nach dem Anschluß der Inseln an das Herrschaftsgebiet von Jacob dem Eroberer im Jahre 1229 wurde eine völlig andere Regierungsform eingeführt, und in der Hauptstadt erscheint die an höfischen Raffinements reiche gotische Kunst. Ramon Llull folgte auf Mallorca kulturellen Wegen, die mit denen der benachbarten italienischen Republiken vergleichbar sind.
Das Königreich Mallorca, das aus den Balearen, den Grafschaften Rosellon und Cerdana, der Baronie Montpellier und der Vizegrafschaft Carlades in der Auvergne bestand, begann eine Kultur voranzutreiben, die mit derjenigen der übrigen Königreiche Aragoniens eng verbunden war. Zu diesem Zeipunkt wurde das Katalanische als offizielle Sprache eingeführt.
1343 setzte Peter IV. von Aragonien dem Königreich Mallorca ein gewaltsames Ende und verbannte Jaime III., der nie wieder auf seinen Thron züruckkehren sollte, ins Exil. Nach der Annektierung litt die Insel unter großer wirtschftlicher Not und wurde von Epidemien und Naturkatastrophen heimgesucht. Die Händler der Ciutat - so hieß damals noch die Hauptstadt - lebten zwar in einer Zeit des Wohlstands und der Pracht, wie sie in der von Guillem Sagrera erbauten Lonja zum Ausdruck kamen, auf dem Land jedoch erhoben sich die Bauern gegen die erdrückenden Pachtzinse. Zur gleichen Zeit machten korsische Schiffe die Küste unsicher. Man begann die alten Stadtmauern zu befestigen und neue Wachtürme zu errichten.

Das 15.Jh. verlief zwischen der ungewissen Lage der Bauern einerseits und der blühenden wirtschftlichen und kulturellen Entwicklung Palmas andererseits. Im Jahre 1521 jedoch brachen dieArtesanos, die Kunsthandwerker, in der Hauptstadt den Streit der Grmanies vom Zaun, schlugen den Adel in die Flucht und setzten einen neue Regierung ein. Gegen Ende des darauffolgenden Jahres werden die Agermanats vom Heer Karls des V. unterworfen und ihr Aufstand mittels harter Repressalien niedergeschlagen.
Von diesem Zeitpunkt an kennzeichneten Räuberwesen, Piraterie und die Rivalität zwischen einigen Adelsfamilien das Leben auf der Insel. Gegen Mitte des 17.Jhs. trat schließlich eine Wiederbelebung des Handels ein und in der Folgezeit entstanden zahlreiche Stadtpaläste und Landvillen, die Mallorca im 17. und 18.Jhr. kennzeichneten. Von diesen Zeitpukt an wird die Hauptstadt, zur Erinnenrung an die Römerherrschaft und als Folge der Unterdrückung des Katalanischen als offizielle Sprache, Palma genannt.
Im Zuge der industriellen Revolution und des regen Handelsverkehrs schloß sich Mallorca bereits im 19.Jh. der modernen Wirtschaft an. Zur gleichen Zeit begann auf kulturellem Gebiet die Renaixenca, eine Bestrebung, die das Wiedererlangen einheimischer Züge in Dichtung und Malerei sowie die Zusammenstellung von Legenden, Liedern und Traditionen, die am Rande der offiziellen Kultur überlebt hatten, zum Inhalt hatte.

Nach und nach gestaltete sich das Panorama, das der Reisende im 19.Jh. vorgefunden haben muß. Zwischen diesem, und dem, was wir heute antreffen, gibt es nur einen Unterschied : wo früher nur verlassene Strände lagen, stehen heute Wohnviertel und alle Arten vom Vergnügungsstätten; ansonsten gibts es auf Mallorca immer noch viele versteckte Winkel zu entdecken. Die stillen Täler, die ihre Identität bewahrt haben, die Volksfeste, die traditionellen Tänze und die Küche der Bauern zeigen uns ein von den melancholischen Farben der Romantik umsponnenes Mallorca.

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