So besser nicht, oder?!!?

ABC des Tauchens

  • Einführung
  • Die Ausrüstung
  • Tauchen lernen
  • Die Ausbildungsstufen
  • Sicherheitsregeln

    Einführung

    Um längere Zeit unter Wasser verweilen zu können, muß sich der Mensch der Technik bedienen. Die besten Apnoe-Taucher (Tauchen mit angehaltenem Atem) schaffen nach langjährigem Training maximal 10 Minuten bewegungslos im Tauchbecken. Mit Schwimmbewegungen sind drei Minuten die obere Grenze. Das ist zu kurz und vor allem zu ermüdend, um die Neugierde auf die Fische und die anderen Lebewesen im Wasser wirklich zu befriedigen.

    Dank Jacques Yves Cousteau und Emilie Gagnan kann man sich heute in aller Freiheit unter Wasser bewegen. Sie haben den autonomen Skaphander erfunden, das Freitauchgerät, und damit das Tor zur Erforschung der "Welt des Schweigens" (so nannte Cousteau sein erstes Buch) aufgestoßen.

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    Tauchen lernen

    Es wäre praktisch ein selbstmörderisches Verhalten, sich ohne gründliche Einweisung mit dem Tauchgerät unter Wasser zu wagen. Tauchen lernen kann man in den entsprechenden Clubs (Vereinen), in denen sich Gleichgesinnte zusammengeschlossen haben, oder auch in gewerblichen Tauchschulen im Binnenland und auf Tauchbasen am Meer. Idealer weise erlernt man die Grundzüge des Tauchens im Schwimmbad und schon in Vorbereitung auf seinen Urlaub am Meer- aber das ist nicht zwingend. Viele örtliche Clubs und die Hotels in den Feriengebieten am Meer bieten sogenannte "Schnuppertauchgänge" an, wo man seine ersten Erfahrungen machen kann, um danach zu entscheiden, ob man einen Kurs belegen will. Ein guter Tauchkurs umfasst die stufenweise und logische Einführung in die physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die Handhabung der Ausrüstung, die speziellen Handzeichen zur Kommunikation unter Wasser und die Sicherheits- und Verhaltensregeln, die unter Wasser zu beachten sind. Das mag auf den ersten Blick etwas trocken und kaum verlockend erscheinen. Aber wie immer, wenn hinter dem Lernen Motivation steht, findet es in viel lockererer Atmosphäre statt als in einer Schule. Und wenn dann die erfahrenen Taucher, die schon einem großem Zackenbarsch begegnet sind oder ein geheimnisvolles Wrack erkunden konnten, zu erzählen beginnen, dann hat das mit "Penne" bestimmt nichts mehr zu tun...

    Gewöhnlich unterteilt sich der Kurs in theoretische Lektionen und praktische Übungen sowie Training zum Aufbau der Kondition. Man lernt den richtigen Flossenschlag, wie man durch den Schnorchel atmet, die richtige Abtauchbewegung, um ohne Mühe in die Tiefe zu kommen, das Ausblasen des Wassers aus der Maske, die Verständigung mittels Handzeichen unter Wasser. Man erlebt, wie die Tauchzeiten beim Apnoe- Tauchen (Tauchen mit angehaltenem Atem) verlängern, man gewinnt nach und nach Sicherheit und Selbstbeherrschung im nassen Element.

    Jeder, der keine Grundangst vor dem Wasser hat, in guter körperlicher Verfassung ist, ist in der Lage, einen Grundkurs zu belegen. Theoretisch könnten sogar Nichtschwimmer das Tauchen erlernen. Jedoch ist aus Gründen der Sicherheit im Wasser das Schwimmen doch eine Grundvoraussetzung. Ein Grundkurs in einer Tauchbasis am Meer dauert etwa eine Woche. Zu Hause im eigenen Club muß man etwa drei bis vier Monate rechnen, wenn wöchentlich nur ein Übungsabend möglich ist.

    Man kann etwa vom zwölften Lebensjahr an das Gerätetauchen erlernen, wobei ein entsprechender körperlicher und geistiger Entwicklungszustand vorausgesetzt wird. Nach oben hin gibt es keine Altersgrenze. Das hat die bekannte Fotografin Leni Riefenstahl vorexerziert. 1972, im Alter von 70 Jahren, entschloß sie sich, das Tauchen zu erlernen. Als sie sich zum Kurs einschrieb, machte sie sich vorsichtshalber 20 Jahre jünger. Mit Erfolg legte sie die Prüfung ab und widmete sich der Unterwasser- Fotografie. Mit 75 legte sie die Früchte dieser Arbeit vor, den schönen Bildband "Korallengärten" (List Verlag, München 1978). Wir haben Leni Riefenstahl auf den Malediven getroffen, als wir dort unseren Film "Un homme et des requins" (Ein Mann und die Haie) drehten. Sie war damals 78 Jahre alt und absolvierte ohne Probleme jeden Tag zwei Tauchgänge bis zu 35 Meter Tiefe!.

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    Ausbildungsstufen

    Das Tauchen ist eine sportliche Betätigung, aber es ist kein Wettbewerbssport! Deshalb bedeutet in der Welt der Taucher Kameradschaftlichkeit besonders viel, und Prestige- Rivalitäten sind weitgehend unbekannt. Da das Tauchen auch Risiken in sich birgt, entwickelt sich auf natürliche Weise eine Solidarität, die wir in anderen Sportarten nur selten beobachten können.

    Obwohl es keine Wettbewerbe gibt, hat der Taucher dennoch die Möglichkeit, seinen Ehrgeiz zu befriedigen. Dafür sorgen die verschiedenen Ausbildungsstufen. Diese Ausbildungsstufen sollen dazu dienen, die selbstmögliche Sicherheit zu garantieren, den Taucher zur Selbstbeschränkung bei der Ausübung seines Sports anzuhalten und Spezialkenntnisse zu vermitteln. Die Zahl der Stufen ist bei den verschiedenen Ausbildungsorganisationen nicht gleich. Immer aber wird unterschieden nach Sporttauchern (Amateuren) und Tauchlehrern (auch wenn diese ehrenamtlich im Rahmen ihres Clubs tätig werden). Die bewältigten Leistungsstufen werden durch eine Bescheinigung, das "Brevet", bestätigt. Diese Brevets haben rechtlich keinen verbindlichen Charakter, dürfen also nicht als Berechtigungsschein verstanden werden wie beispielsweise ein Führerschein. Wer immer mag, kann sich in einem Tauchsportfachgeschäft eine komplette Ausrüstung kaufen und sich ohne geringste Erfahrung ins Abenteuer stürzen. Niemand wird von ihm die Vorlage eines Brevets verlangen, wenn er eine Preßluftflasche oder einen Lungenautomaten kaufen will. Aber viele Verantwortliche in den Clubs oder Tauchbasen werden sich die Brevets von Neuankömmlingen vorlegen lassen, ehe sie diese mit zum Tauchen nehmen. In einigen Länden, Beispielsweise in Israel, dürfen Taucher nicht ohne Anleitung eines Lehrers tauchen, wenn sie nicht ein bestimmtes Ausbildungsniveau nachweisen können.

    Im deutschsprachigen Raum sind die meisten örtlichen Clubs in Dachverbänden organisiert:

    • Verband Deutscher Sporttaucher (VDST)
    • Schweizer Unterwasser- Sport- Verband (SUSV/SFFF)
    • Tauchsportverband Österreich (TSVÖ)
    Über 70 solcher Landesverbände haben sich im Weltverband Confederation Mondiale des Activites Subaquatiques (CMAS) zusammengeschlossen und ihre Ausbildungsordnungen weitgehend aufeinander abgestimmt. Es gibt im wesentlichen vier Ausbildungsstufen bei den Sporttauchern (Brevet* bis ****) sowie, darauf aufbauend, mehrere weitere für Tauchlehrer. Jugendliche können als Vorstufe das Jugendtauchabzeichen erwerben. In den USA, den karibischen Staaten, Australien und Neuseeland, also dort, wo es die meisten Taucher gibt, findet man andere Ausbildungsorganisationen, beispielsweise die Professional Association Diver International (PADI) oder National Association of Underwater Instructors (NAUI). Sie haben auch in Europa schon Fuß gefasst.

    Daneben gibt es hier gewerbliche Ausbildungsorganisationen wie den Verband Deutscher Tauchlehrer (VDTL) oder den Verband Internationaler Tauchschulen (VIT). Allen seriösen Organisationen ist gemein, daß sie geregelte, logisch aufgebaute Ausbildungssysteme entwickelt haben und auf die Einhaltung ihrer Qualitätsstandards achten. Daß diese Organisationen zum Teil die Brevets der anderen nicht anerkennen, hat für die Praxis des Tauchers nur geringe Bedeutung. Wer die Absicht hat, möglichst weltweit als Taucher anerkannt zu werden, sollte bei einer der anerkannten Organisationen das Grundbrevet erwerben, daß ihm bescheinigt, das er die Kenntnisse für das Tauchen im offenen Meer aufweist (VDST* oder CMAS** oder Padi "Open Water Diver" und so weiter). Er wird damit auf jeder Tauchbasis weltweit Zutritt finden. Vielfach wird sich der Basisleiter aber zusätzlich das Logbuch vorlegen lassen, in dem jeder Tauchgang verzeichnet wird, um festzustellen, wie aktuell die Kenntnisse und der Trainingsstand sind.

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    Sicherheitsregeln

    Es sind vor allem die Außenstehenden, die im Tauchen eine gefährliche Sportart sehen. In Wirklichkeit sind beim Tauchen weniger Unfälle zu verzeichnen als beispielsweise beim Skifahren. Die meisten lassen sich auf Nichtbeachtung der Sicherheitsregeln zurückführen. Einige davon sollen hier kurz dargestellt werden. Grundregel beim Tauchen (und Schnorcheln!) ist: Tauche nie allein!! Niemand ist vor einer plötzlichen Ohnmacht sicher. Die kleinste Schwierigkeit schon kann im Wasser zu katastrophalen Folgen führen, wenn nicht ein Partner schnell zur Hilfe eilen kann.

    Voraussetzung für die Sicherheit beim Tauchen ist die Qualität der Ausrüstung. Deshalb soll man beispielsweise seinen Lungenautomaten jährlich zum Service geben. Vor dem Tauchen überzeugt man sich selbst noch einmal, das die Flasche gefüllt ist. Während des Tauchens behält man die anderen Taucher aus der Gruppe im Auge. Da die Tauchzeiten und -tiefen eingehalten werden müssen, werden die entsprechenden Instrumente ständig kontrolliert. Die meisten schweren Unfälle lassen sich auf übermäßige Tauchtiefen zurückführen. Deshalb gilt als allgemeine Tiefengrenze für Sporttaucher 40 Meter. Das Auftauchen soll nicht schneller erfolgen als mit etwa 10 Meter pro Minute. Gegebenenfalls sind die Dekompressionsstufen strikt zu beachten. Auch wer nicht dekompressionspflichtig ist, sollte auf drei Metern einen Sicherheitsstop von drei Minuten einlegen.

    Wenn Gruppen tauchen, aber auch beim Tauchen vom eigenen Boot aus, sollte stets eine gefüllte Pressluftflasche für Notfälle bereitstehen. Sie kann lebensrettend sein im Falle technischer Probleme oder wenn die Dekompressionszeiten zu lang sind und der Luftvorrat hierfür nicht ausreicht.

    Seit den heroischen Tagen, als die modernen Lichttauchgeräte entwickelt wurden (und manche Taucher beim Vortasten in Neuland ihr Leben ließen), ist der Mensch immer weiter in die Tiefe vorgedrungen. Der Tiefenrekord für das freie Tauchen außerhalb eines Tauchboots beträgt zur Zeit 531 Meter. Natürlich bedarf es dazu besonderer Ausrüstung und Atemgemische. Dieser Rekord, der von einem Berufstaucher der französischen Firma Comex aufgestellt wurde, liegt weit jenseits der Reichweite des Sporttauchers. Der Forschungsaufwand, der hierfür erforderlich war, läßt sich nur mit dem bei der Raumfahrt vergleichen. Diese Eroberung an Meerestiefen stellt an Technik und Mensch die allergrößten Anforderungen.

    Das Tauchen als Freizeitsport kann dagegen von jedem gesunden Menschen ausgeübt werden, der die elementaren Sicherheitsregeln beachtet. Die Tiefengrenze für das Tauchen mit Pressluft liegt, wie bereits ausgeführt, bei 40 Meter. Darunter beginnt die Gefahr des Tiefenrausches, eine Art von Stickstoffvergiftung. Außerdem gilt für größere Tiefen: Die Reflexe verlangsamen sich, und man erreicht sehr schnell enorme Dekompressionszeiten. Tiefes Tauchen ist nur im Ausnahmefall gerechtfertigt, zum Beispiel an einem tiefliegendem Wrack. Auf den ersten 20 Metern ist das Wasser klar und hell, die Unterwasserwelt (speziell die Korallen und Fische) am interessantesten, und man hat noch den besten Eindruck von den Farben. Warum also sinnlos Risiken auf sich nehmen???

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    Die Ausrüstung

    Der Mensch kann nicht, wie die Fische mit ihrem Kiemen den Sauerstoff direkt aus dem Wasser aufnehmen. Deshalb setzt er eine Ausrüstung ein, die auf den ersten Blick recht kompliziert aussieht, aber im Grunde sehr einfach ist. Sie erlaubt ihm, sich so frei zu bewegen, als ob er wirklich ein Teil dieses Universums sei.

    Eine komplette Tauchausrüstung stellt eine ziemlich hohe Investition dar. Es ist aber nicht erforderlich, alle Teile selbst zu besitzen. Die meisten Clubs beziehungsweise Tauchbasen überall auf der Welt verleihen solche Ausrüstungsteile. So betrachtet ist das Tauchen weniger kostenintensiv, als das Skifahren, Golf und andere heute beliebte Sportarten.

    Übersicht:
    [Maske] [Schnorchel] [Flossen] [Bleigurt] [Anzugs-Kombination] [Tauchermesser] [Preßluftflasche] [Lungenautomat] [Rettungs- und Tarierhilfen] [Taucheruhr]
    [Tiefenmesser] [Tauchcomputer] [Weiteres Zubehör]

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    Die Flossen

    Dieses Hilfsmittel dient dem Antrieb, erleichtert das Vorwärtskommen sowohl an der Oberfläche, als auch unter Wasser und ermöglicht eine höhere Geschwindigkeit. Es gibt viele verschiedene Modelle, wobei einige speziell für das Tauchen mit Ausrüstung oder das Schnorcheln konstruiert wurden. Für das Tauchen mit Flaschen sind Flossen mit Fersenband besser geeignet, da sie sich leichter überstreifen lassen, als die Flossen mit eingearbeitetem Fußteil, die außerordentlich leicht drücken und (vor allem in kaltem Wasser) Krämpfe hervorrufen. Wenn Sie dennoch solche Flossen benutzen, dann kaufen Sie eine Nummer größer und tragen Sie Fußlinge, wie das auch bei den Flossen mit Fersenband üblich ist. Was Sie beachten sollten : Je länger eine Flosse ist, desto wirkungsvoller ist sie - zumindest in der Theorie.
    Aber aufgepaßt : Die Muskeln müssen den Wasserwiderstand überwinden, und der steigt mit der Größe der Flossenblätter ! Die Flossen für das Schnorcheln sind eher lang und weich, um ein rasches Abtauchen zu erleichtern. Für das Gerätetauchen dagegen bevorzugt man eher eine mittelgroße Flosse mit härterem Flossenblatt. Versuchen Sie am besten vor dem Kauf verschiedene Modelle, die Sie sich von Freunden ausleihen und treffen Sie erst dann ihre Entscheidung.
    Ein kleiner Rat : Der Wasserwiderstand in Schwimmbad und Meer ist unterschiedlich. Eine Flosse, die für das Training im Süßwasser sehr gut geeignet ist, erscheint für das Meerwasser mit seiner höheren Dichte ungeeignet. Am besten eignen sich die Modelle, die einen Kompromiss zwischen Elastizität und Steifheit darstellen und am Flossenblatt mit verschiedenen Rippen ausgestattet sind.
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    Der Bleigurt

    Der Bleigurt kompensiert den Auftrieb von Körper und Neopren-Anzug. Er ist von entscheidender Bedeutung dafür, daß sich der Taucher unter Wasser frei bewegen kann. Bestimmte Gürtelschnallen haben einen Haken, an dem ein Gurt der Preßluftflasche eingehängt werden kann, was für einen besseren Sitz der Flasche sorgt. Wieviel Blei man benötigt, hängt von Gewicht und Wuchs des Tauchers ab, vom Auftrieb des Neopren-Anzugs, dem Gewicht der sonstigen Ausrüstung und der Tauchtiefe. Es liegt im allgemeinen zwischen einem und acht Kilogramm.

    Was Sie beachten sollten : Es gibt keine unabänderlichen Regeln für den Bleigurt. Man hat sogar schon das Tauchen ganz ohne Blei propagiert. Wichtig ist, daß man in einer Tiefe von drei Metern austaiert ist, also bei Bewegungslosigkeit weder absinkt, noch aufsteigt. Für weniger tief geplante Tauchgänge belastet man sich besser mit mehr, für tiefere mit weniger Blei.
    Ein kleiner Rat : Ziehen Sie vor dem Abtauchen den Bleigurt stramm an, denn unter Wasser hat er die Tendenz, sich zu lockern. Verteilen Sie die Gewichte regelmäßig, damit Sie unter Wasser gut im Gleichgewicht sind. Es gibt heute ausklinkbare Gewichte, die eine Gewichtsanpassung auch noch im Wasser ermöglichen. Neuerdings kommen aus den USA auch bunt beschichtete Gewichte mit dekorativen Formen, was vor allem der Unterwasser-Fotograph schätzen wird.

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    Maske

    Das Menschliche Auge ist nicht dem Medium Wasser angepaßt. Man sieht deshalb unter Wasser extrem unscharf. Indem man eine Maske mit planparallelem Frontglas verwendet, stellt man dieselben Brechungsverhältnisse wie an der Luft wieder her. Allerdings ergibt sich dabei so etwas wie ein Lupeneffekt : alle Gegenstände erscheinen näher, sie werden quasi um ein Drittel größer und der Blickwinkel ist durch die Maske eingeengt. Moderne Tauchmasken weisen gegenüber den früheren viele Verbesserungen auf. die doppelten Dichtlippen aus Kautschuk oder Silikon sorgen für perfekte Wasserdichte auf allen Gesichtsformen. Das innere Luftvolumen wurde verringert. Das verbessert den Komfort und schafft einen weiteren Panoramablick. Auch die Ästhetik wurde verbessert, sowohl was die Formen, als auch was die Farben betrifft.

    Was Sie beachten sollten : Bei der Wahl der Maske sollte man sich stets überzeugen, ob sie sich perfekt der Gesichtsform anpaßt. Dazu setzt man sie auf, ohne das Halteband zu befestigen. Dann saugt man durch die Nase Luft an und erzeugt so einen Unterdruck in der Maske, der sie an das Gesicht preßt. Wenn dieser Unterdruck bestehen bleibt, sitzt die Maske richtig. Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch, ob die Maske keine Druckbeschwerden an Nasenspitze und -rücken verursacht. Achten Sie schließlich darauf, ob das Maskenband einfach zu verstellen ist.
    Ein kleiner Rat : Kurz- oder Weitsichtigkeit sind kein Hinderungsgrund für das Tauchen. Heute gibt es Masken mit Korrekturgläsern. Man kann auch mit Kontaktlinsen oder gegebenenfalls Korrekturgläser in die Maske einkleben. Lassen Sie sich in einem darauf spezialisiertem Tauchsport-Fachgeschäft beraten - ein genereller Rat für alle Teile der Tauchausrüstung.

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    Der Schnorchel

    Dieses Teil wird gewöhnlich beim Schnorcheln benützt. Er ermöglicht, den Kopf unter Wasser zu behalten und die Umgebung unter Wasser zu beobachten, ohne daß man zum Ausatmen an die Luft kommen muß. Der Schnorchel ist aber auch beim Gerätetauchen unverzichtbar. Er gehört zu den unbedingten Sicherheitsmaßnahmen. Wenn die Luft in der Flasche verbraucht ist, kann man mit seiner Hilfe immer noch zum Strand oder zum Boot zurück schnorcheln.
    Was Sie beachten sollten : Ein guter Schnorchel ist so einfach, wie möglich gebaut. Kaufen Sie keine Modelle mit aufgesetzten Tennisbällen und ähnlichem überflüssigem Schnickschnack. Denken Sie auch daran, daß das Wasser, das in das Rohr eindringt ausgeblasen werden muß. Ein möglichst kurzes, nicht gewinkeltes Rohr ist deshalb vorzuziehen. Sehr lange Schnorchel können gefährlich sein. Prüfen Sie beim Kauf sorgfältig das Mundstück. Wer Kautschuk nicht ausstehen kann, findet heute Modelle aus Silikon, die geschmacksneutral und sehr geschmeidig sind.
    Ein kleiner Rat : Suchen Sie ein Modell mit eher kleineren Durchmesser. Es trägt sich besser unter dem Maskenband. Beim Tauchen soll der Schnorchel gut befestigt werden - entweder unter den Bändern des Tauchmessers oder in den Anzug gesteckt. Befestigen Sie den Schnorchel keinesfalls am Bleigurt, denn das wäre die sicherste Art, ihn zu verlieren !
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    Die Anzug-Kombination

    Der Anzug schützt Gegen Die Kälte, aber auch gegen nesselnde Tiere und Pflanzen (Quallen und Korallen) sowie sonstige Beeinträchtigungen unter Wasser. Man darf nicht vergessen, daß die Haut beim längeren Aufenthalt im Wasser aufweicht und weniger widerstandsfähiger ist als im Trockenen, so daß man sich leichter Schürf- und Schnittwunden zuzieht. Tauchanzüge sind meist aus Neopren, einem weichen und wasserdichten Material (aufgeschäumter Gummi). das eigentliche isolierende Medium ist nicht das Neopren, sondern die dünne Wasserschicht zwischen Haut und Anzug. Als reinen Schutz gegen Nesselung und Verletzungen trägt man neuerdings Schutzanzüge aus Lycra. Sie bieten aber keinen Kälteschutz.

    Worauf sie achten sollten: Der Anzug sollte möglichst gut den Körperformen entsprechen, um zu vermeiden, daß viel Wasser darin zirkuliert. Die dicke des Neoprens ist nicht allein ausschlaggebend für die isolierende Wirkung. In tropischen Gewässern reichen allgemeinen drei bis vier Millimeter Dicke, in den gemäßigt-warmen Gewässern sechs bis sieben. Zum Tauchen im kalten Wasser benutzt man vollkommen wasserdichte Trockentauchanzüge, die sogenannten Konstantvolumen-Anzüge. Das Tauchen damit erfordert eine gewisse Übung.

    Unser Rat: Probieren Sie den Anzug vor dem Kauf an und achten Sie darauf, wie leicht er sich an- und ausziehen lässt! Einteilige Modelle sind sehr wirksam im Kälteschutz, lassen sich häufig jedoch nicht ohne Hilfe anlegen. Besondere Aufmerksamkeit ist der Qualität der Reißverschlusses zu widmen. Er darf keine metallischen Teile enthalten. Vergessen Sie auch nicht die Kopfhaube - sie ist bei Wassertemperaturen unter 20 Grad Celsius erforderlich.

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    Das Tauchermesser

    Glauben Sie bitte nicht, das Messer diene dazu gegen einen riesigen Tintenfisch zu kämpfen oder einen Hai abzuwehren. Vielmehr dient es der Sicherheit in Notfällen. Beispielsweise hat es schon Tauchern das Leben gerettet, die sich in Fischnetzen verfangen hatten und sich damit befreien konnten.

    Worauf Sie achten sollten: Das Messer muß aus absolut rostfreiem Stahl sein und vor allem mit einer soliden Scheide ausgestattet sein, die das Messer sicher hält und gleichzeitig erlaubt, es mit einem Griff einsatzbereit zu machen.

    Unser Rat: Achten Sie vor allem auf die Dicke der Klinge und eine gute Verankerung der Klinge im Handgriff, denn das Messer wird häufig zum Hebeln benutzt. Vorteilhaft ist auch ein Sägeschliff an der Klinge.

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    Die Pressluftflache

    In der Pressluftflasche wird Luft gespeichert (und nicht Sauerstoff, wie man das häufig liest!)Meist sind sie aus Stahl. Der Betriebsdruck beträgt in der Regel 200bar, was dem 200fachen des atmosphärischen Drucks entspricht. Am weitesten verbreitet bei Sporttauchen sind Mono-Flaschen mit zwölf Litern Inhalt. Für tiefere Tauchgänge bevorzugt man Doppelflaschen mit je zehn Litern.

    Das sollten Sie beachten : Der wichtigste Punkt ist die Bebänderung. Das gängigste System heute ist das -back pack-, eine Plastik-Trageplatte mit zwei Schulter- und einem Bauchgurt. Sofern der Taucher als Tarierhilfe eines der modernen -Jackets- benutzt, erübrigt sich die Bebänderung ganz. Die Flasche wird an diesem Jacket befestigt, das dann wie eine Weste angelegt und mit mehreren Gurten geschlossen wird.

    Unser Rat: Den Kauf einer Flasche sollte man wirklich sorgfältig überdenken. Diese Flaschen müssen gewartet und regelmäßig von einen Technischen Prüfstelle abgenommen werden (Stahl alle zwei, Aluminium alle sechs Jahre). Die Mehrzahl der Clubs und Tauchbasen verleihen Flaschen zu tragbaren Preisen.

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    Der Lungenautomat

    Der Lungenautomat bringt die Luft aus der Flasche (Hochdruck) auf Umgebungsdruck, so daß sie vom Taucher eingeatmet werden kann. Die heutigen Modelle sind zweistufig. In der ersten Stufe (direkt an der Flasche) wird Druck von 200 auf acht bar verringert, in der zweiten (im Mundstück eingebaut) auf Umgebungsdruck, der sich aus der Tauchtiefe ergibt. Ein Überdruckventil, die sogenannte Luftdusche, ermöglicht einen stetigen Ausfluß von Luft.

    Das sollten Sie beachten: Die Lungenautomaten sind heute technisch hoch entwickelt. Insbesondere die kompensierten Modelle gestatten ein sehr leichtes Atmen. Es gibt auch Modelle mit manueller Regelung der Luftlieferleistung, was in bestimmten Situationen sehr nützlich sein kann. Beispielsweise kann man in Situationen mit hohem Luftbedarf die Leistung entsprechend anpassen. An vielen modernen Lungenautomaten hat man direkt an der ersten Stufe einen Anschluß für einen Druckprüfer (Manometer, beim Tauchen auch Finimeter genannt). Damit kann man beim Tauchen laufend den verbleibenden Restdruck überprüfen.

    Unser Rat: Als Fotograf wird man möglicherweise einen der guten alten Druckregler vom Typ "Mistral" bevorzugen, weil bei diesen die abgeatmete Luft nicht vor dem Gesicht abperlt, sondern hinter dem Kopf. Sie werden heute nicht mehr hergestellt, sind aber noch vielfach im Gebrauch.

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    Die Rettungs-, und Tarierhilfen

    Dieser Zubehör ist von großer Bedeutung für die Sicherheit und Bequemlichkeit beim Tauchen. Bis vor kurzem waren sie als aufblasbarer, geschlossener Kragen konstruiert, der mit Hilfe von Tragebändern fixiert wurde. Sie wurden "Rettungs- und Terierweste" (RTW) genannt oder auch schlicht "Fenzy" (Markenname des am weitesten verbreiteten Fabrikats). Durch aufblasen des RTW konnte sich der Taucher in Anpassung an die jeweilige Tiefe ins hydrostatische Gleichgewicht bringen. Beim Bergen eines Partners konnte durch Aufblasen der Weste zusätzlicher Auftrieb erzeugt werden. Hierzu war die RTW mit einer kleinen Luftdruckflasche mit meist 0,5 Liter ausgestattet. Schließlich hielt die RTW in aufgeblasenem Zustand einen eventuell Bewußtlosen Taucher an der Wasseroberfläche in ohnmachtssicherer Lage, indem sie ihn auf den Rücken dreht. In neuerer Zeit ist die RTW weitgehend verdrängt worden durch das sogenannte "Jacket". Es erhöht die Bequemlichkeit beim Anlegen und Tragen des Tauchgerätes und erfüllt dieselben Tarier- und Aufstiegsfunktionen. Bei manchen Modellen ist aber auch die ohnmachtssichere Abstützung an der Wasseroberfläche nicht gegeben.

    Worauf Sie achten sollten: Die heutigen Modelle- ob RTW oder Jacket- bestehen meist aus einer Luftkammer aus Plastik und einer Hülle aus Nylongewebe. Es gibt aber auch einschalige Modelle. Sie sollten mit einem Verbindungsschlauch zur Flasche ausgestattet sein. Dieser sogenannte Inflator erleichtert die Handhabung in der Praxis. Wichtig ist auch ein Schnellablass für die Luft, damit der Taucher nicht durch die Ballonwirkung in Kritische Situationen geraten kann. Ob zusätzlich eine kleine Druckflasche oder eine Notpatrone mit CO2 erforderlich ist, ist eine Frage der Sicherheitsphilosophie und umstritten. Anstelle eines einfachen Mundstückes zum Aufblasen der Tarierhilfe kann auch ein zweiter Lungenautomat montiert werden- ein echter Sicherheitsvorteil. Nach den deutschen DIN-Regelungen darf das Atmen aus der Tarierhilfe technisch nicht möglich sein, da man hierbei gegebenenfalls die Kohlendioxid- angereicherte, eigene Atemluft erneut einatmen würde.

    Unser Rat: Für den Anfänger mag der Gebrauch der Tarierhilfe kompliziert erscheinen. Gewöhnen sie sich nach und nach an ihre Funktion, und sie werden sie später nicht mehr missen wollen. Auch an der Wasseroberfläche hilft sie dem Taucher sehr.

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    Die Taucheruhr

    Da die Tauchzeit exakt gemessen werden muß, stellt die Taucheruhr eines der fundamentalsten Sicherheitsmittel dar. Sie muß natürlich wasserdicht sein und sollte dem Wasserdruck mindestens 100 Meter unter der Wasseroberfläche standhalten können. Obwohl Sporttaucher praktisch nie in solche Tiefen vordringen, bedeutet dies eine Sicherheitsmarge, die auch die Langlebigkeit der Uhr bei häufigem Gebrauch beeinflußt.

    Worauf Sie achten sollten: Die Taucheruhr muß unbedingt mit einem Tauchzeitring ausgestattet sein, der sich nur nach links verstellen läßt. Er hält den Beginn des Tauchgangs fest, ohne das der Taucher sich gedanklich damit belasten muß. Es gibt moderne elektronische Uhren, die zusätzlich akustische Signale geben können (beispielsweise eine vorher eingegebene Tauchzeit signalisieren). Schließlich gibt es die Kombination von Uhr, elektronischem Tiefenmesser und Alarmfunktionen in einer Tauchuhr, die nicht größer ist als herkömmliche Uhren.

    Unser Rat: Achten sie besonders auf ein Sicherheitsarmband, das ein unbeaufsichtigtes Öffnen beim Tauchgang verhindert. Die Uhr kann gegebenenfalls auch auf einer Konsole montiert werden, zusammen mit Finimeter, Tiefenmesser und Kompaß.

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    Der Tiefenmesser

    Er ist ebenso unabdingbar wie sie Taucheruhr, da er die erreichte Tauchtiefe anzeigt. Tauchtiefe und -dauer sind jene Faktoren, welche die Sättigung der Körpergewebe mit Stickstoff bestimmt und somit das spezifische Risiko beim Tauchen. Mechanische Tiefenmesser ähneln meist einer überdimensionierten Uhr, aber auch hier gibt es heute schon elektronische Modelle kleinerer Bauart.

    Worauf sie achten sollten: Bei einem guten Tiefenmesser ist die Anzeige weit gespreizt, so das man die Tiefe nach Metern unterscheiden kann. Geräte mit Schleppzeiger halten sie erreichte maximale Tiefe fest. Die Tiefenbereiche drei, sechs und neun Meter sollten farblich besonders markiert sein, um sie beim Delomprimieren auf einen Blick zu erkennen.

    Unser Rat: In geringen Tiefen zeigen luftgefüllte Tiefenmesser (Bourdon- Prinzip) genauer an als solche mit Membran. Der klassische Rat, deshalb zwei Tiefenmesser mit sich zu führen, erscheint angesichts des Trends zu elektronischen Geräten überholt, desgleichen die Forderung, solche Geräte nicht im Gepäckraum des Flugzeugs zu transportieren.

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    Der Tauchcomputer

    Computer haben erst Anfang der achtziger Jahre Eingang in den Tauchsport genommen, aber eine schnelle technische Entwicklung erlebt. Ihre Funktionen umfassen die Messung der Tauchzeit, der aktuellen und der maximal erreichten Tauchtiefe und neuerdings auch des Restdrucks in der Flasche. Anhand der laufend ermittelten Daten zeigen sie dem Taucher den aktuellen Sättigungszustand der Gewebe an und führen ihn durch die gegebenenfalls erforderlichen Auftauchstufen. Nach dem Tauchgang berechnen sie die Entsättigung der Körpergewebe weiter und zeigen bei einem Wiederholungstauchgang an, welche Tiefen und Zeiten ungefährlich sind. Hinzu kommen je nach Computer- Modell weitere Funktionen wie Flugwarnung, Warnung vor zu schnellem Auftauchen und so weiter.

    Tauchcomputer können also das Tauchen wesentlich erleichtern und auch viele der klassischen Instrumente ersetzen. Sie sollten aber erst nach gründlicher Beschäftigung mit den technischen Grundlagen des Tauchens eingesetzt werden. Deshalb werden hier keine weiteren Hinweise zum Kauf gegeben.

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    Weiteres Zubehöhr

    Je nach Wassertemperatur und sonstigen Bedingungen kann weiteres Zubehör sinnvoll sein: Handschuhe und Füßlinge sind logische Ergänzungen des Neopren- Anzugs. Sie bieten Schutz gegen Wärmeverlust und Verletzungen. Die Füßlinge sollten mit einer festen Sohle ausgestattet sein, damit man gegebenenfalls über spitzes (Korallen-) Gestein gehen kann. Tauchlampen sind nicht nur beim Nachttauchgang nützlich. Sie ermöglichen es, die Farben von Fischen und anderen Lebewesen auch in Tiefen wahrnehmen zu können, wo sie Spektralfarben des Sonnenlichts schon ausgefiltert sind. Außerdem kann man damit in Spalten und Höhlen leuchten. Für solche Zwecke reichen kleinere, ähnlich dem Messer in einer Scheide befestigte Lampen durchaus aus.

    Unser Rat: Solange man keine Routine hat, ist es unnötig, sich mit Ausrüstung zu beladen wie ein Aquanaut. Je mehr Zubehör man benutzt, desto mehr muß man kontrollieren. Überlassen sie anfangs diese Kontrolle dem Sie begleitenden Lehrer- es gibt unter Wasser viel aufregendere Dinge zu beobachten als Ziffern und Zeiger!

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